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Die Mädchenschule Mahjube Herawy in Herat

1972 hat die Schulabteilung der Provinzverwaltung Herat ein Gebäude für eine Mädchengrundschule zur Verfügung gestellt. Die Schule wurde nach der Lyrikerin Mahjube Herawy benannt, die 1897 in Herat geboren wurde. Mit vierzehn Jahren hat sie bereits erste Gedichte geschrieben. Im Alter von fünfzig Jahren war sie ein aktives Mitglied der Herater literarischen Gesellschaft und veröffentlichte in vielen Zeitschriften. Beruflich war sie als Lehrerin der Mahri Mädchenoberschule tätig. Sie starb 1967 in Herat. Das Kultusministerium in Kabul beschloss, zwei Schulen in Kabul und in Herat nach ihr zu benennen. Schon bald wurde aus der Grundschule eine weiterführende Schule.

1984 hatte die Schule über fünfzig Lehrerinnen.

Während des Taliban-Regimes von 1996 bis 2001 blieb diese Schule wie auch andere Mädchenschulen in Afghanistan geschlossen.

2004 wurden wieder etwa 5.000 Schülerinnen von über 100 Lehrerinnen unterrichtet. Allerdings sind die Kapazitäten der Schule hoffnungslos überbelegt, Einrichtungen völlig veraltet und die Bausubstanz heruntergekommen.

Laut Aussage der Schulleiterin gehören bauliche Verbesserungen zu den dringendsten Bedürfnissen der Schule: Isolierung des Daches, Verlegen von Wasserleitungen und Bau eines Wasserreservoirs, Aushub eines Brunnens und Einrichten eines Konferenzraums, um nur die nötigsten Maßnahmen zu nennen.

Immerhin gibt es schon eine Schule. In anderen Teilen der Provinz und Stadt müssen Schulmöglichkeiten erst geschaffen werden.

Nach einer Vergleichsstudie der UNICEF aus dem Jahr 2003 erzielte die Provinz Herat landesweit nach der Hauptstadt Kabuldas zweitbeste Ergebnis hinsichtlich des Prozentsatzes eingeschulter Kinder. 2003 besuchten laut dieser Studie 79,6 Prozent aller 7- bis 12-jährigen Jungen und 67,6 Prozent aller 7- bis 12-jährigen Mädchen der Provinz Herat eine Schule. Im landesweiten Durchschnitt gingen nur 67 Prozent der Jungen und 40,5 Prozent der Mädchen dieser Altersgruppe zur Schule.

 

 

Johannes Borgetto